Bei sich selbst ankommen

Im Körper, dem Tempel der Seele

Ankommen? Ja, gerne, aber wo denn? Es ist doch alles in Bewegung. Unruhig suchen wir und wünschen uns irgendwann anzukommen, an einem Ort, wo es ruhiger ist und alles gut. Aber wo ist dieser Ort? Ist er da draußen irgendwo in der Welt, oder hier bei mir?

Im Märchen vom Hasen und dem Igel gewinnt der Igel den Wettlauf, weil er schon da ist, während der viel schnellere Hase noch rennt. Und der Clou ist: Seine Frau ist schon da! Die weibliche Seite des Igels ist angekommen, während der Hase noch rennt. Das mag auch bedeuten, dass wir heute auf der Erde ankommen müssen, nachdem Jahrtausende lang die Kulturen des Patriarchats nach oben strebten, zum Himmel.


Der Königsweg

Unser Körper ist nun nicht ein Ort, wo immer alles ruhig ist. Aber wir haben ihn immer bei uns, wenn wir zur Ruhe kommen wollen, deshalb ist er der beste Platz, um bei sich selbst anzukommen. Die Achtsamkeit auf den eigenen Körper zu lenken, speziell auf den eigenen Atem, ist seit Jahrtausenden über Kontinente hinweg der Königsweg zur Meditation. Mit erheblichen gesundheitlichen Nebenwirkungen: Wir entspannen dabei, der Stress lässt nach, wir verdrängen weniger und entdecken Stellen eines Unwohlseins im Körper, bevor sich das etwa zu einer Krankheit ausgewachsen hat. Wir werden sensibler und damit auch mitfühlender. Auf diese Weise gut zu sich selbst zu sein, hat also auch zur Folge, dann mit den Mitmenschen besser umzugehen, mit den Tieren und der Umwelt.


Glaube versus Körperbewusstsein

Alles fängt beim Körper an. Wer seinen eigenen Körper liebt und achtet, wer ihn nicht durch Leistungssport oder Leistungsyoga vergewaltigt und ihm auch nicht mit Aufputschmitteln verborgene Reserven zu entlocken versucht, wird durch die gesundheitlichen Folgen belohnt. Die Chancen sind gut, dass dann auch das Fleischessen allmählich aufhört (die Tiere und das Klima werden es uns danken), ebenso ein Essen, das nur die Seele tröstet (comfort food), das maßlose Essen und das Essen oder Trinken von Rauschmitteln aus Langeweile oder zum Zeitvertreib.

Gibt es Fundamentalisten mit einem ausgeprägten, hoch entwickelten Körperbewusstsein? Irgendwie scheinen sich eine sensible, wertschätzende Beziehung zum eigenen Körper und der Glaube an eine allem anderen überlegene Ideologie auszuschließen – egal, ob es nun der Glaube an eine bestimmte heilige Schrift ist, an einen allerletzten Propheten, ein bestimmtes Channelmedium oder die Marx-Engels-Gesamtausgabe.

 

Begleiter sein

Auf dieser Seite stellen wir Menschen vor, für die der Körper nicht nur ein biochemisches Fließgleichgewicht ist, ein Verdauungstrakt mit ein bisschen was drumrum, sondern ein Tor ins HierundJetzt, ein Freund und treuer Begleiter, ein Signalgeber und Frühwarnsystem, eine Stätte von Glück und Ekstase, sinnlichen Genüssen und durchlebten Schmerzen – eine Heimat, die wir irgendwann wieder verlassen müssen, ein Tempel der Seele. Sie stellen hier ihre je eigene Art dieses Zugangs dar, die sie für sich selbst gefunden haben und nun mit anderen teilen wollen, sei es als Therapeuten, Coaches oder Begleiter auf dem Weg.

 



Wolf Schneider Connection Spirit

Wolf Schneider

Hrsg. von Connection Spirit

schneider@connection.de